FSJ-Erfahrungsberichte

Echte Geschichten von echten Freiwilligen

Wie fühlt sich ein Freiwilliges Soziales Jahr wirklich an? Diese Freiwilligen des ASB Bonn/Rhein-Sieg/Eifel haben es erlebt — in der Schulbegleitung, im Krankenhaus, bei Senioren, in der Notfallausbildung und im Mobilen Sozialen Dienst. Hier erzählen sie, was gut lief, was herausfordernd war und was sie fürs Leben mitgenommen haben.

Förderschule · Alfter

Lena Hennemann · 19 Jahre

„Es ist wirklich schön, zu merken, dass man gebraucht wird — und man bekommt von den Kindern auch viel zurück."

Lena begleitet gemeinsam mit elf anderen Freiwilligen die Schülerinnen und Schüler der Vorgebirgsschule, einer Förderschule für geistige Entwicklung. Auf die Idee kam sie über ihre Schwester, die dieselbe Schule besucht hatte: „Ich hatte noch keine Pläne für die Zeit nach dem Abitur und dachte, dass ich dort helfen könnte." Heute unterstützt sie die Kinder im Unterricht, hilft im Tagesablauf und übernimmt leichte pflegerische Aufgaben. „Man lernt, dass sich nicht immer alles um Leistung dreht." Und lächelnd ergänzt sie: „Täglich werde ich von verschiedenen Schülern gefragt, ob ich sie nicht heiraten möchte."

Förderschule · Alfter

Julien Scherff · 23 Jahre

„Es ist eine positive Erfahrung. Sie hat mich definitiv schon jetzt sehr geprägt."

Julien hatte sein Studium der Medizin und Informatik abgebrochen und wollte sich erst einmal klar werden, in welche Richtung er gehen möchte. Also entschied er sich für ein FSJ und informierte sich beim ASB. Heute ist er an der Vorgebirgsschule in Alfter als Klassenbegleitung im Einsatz. Seine Arbeit beschreibt er so: „Ich entlaste die Lehrer, indem ich viele Tätigkeiten übernehme, für die sonst keine Zeit wäre — zum Beispiel Treppensteigen üben." Er ist froh, dass er sich für das FSJ entschieden hat.

Ev. Waldkrankenhaus · Bonn

Lilian Aston Mparazo · 25 Jahre

„Ich kann neue Menschen kennenlernen und Erfahrungen im medizinischen Bereich sammeln."

Lilian unterstützt im Evangelischen Waldkrankenhaus das Personal bei der Versorgung der Patienten: Sie reicht Essen an, misst Blutdruck und Temperatur, kontrolliert Infusionen, macht Betten und bringt Patienten in den Operationssaal. Geboren in Tansania, nutzt sie das FSJ, um ihre Deutschkenntnisse zu vervollkommnen und einen ersten Einblick in die Krankenpflege zu bekommen — geplant ist anschließend eine pflegerische Ausbildung. Besonders gefällt ihr, dass sie mit Menschen zu tun hat, die meistens sehr nett zu ihr sind, und dass ihr Engagement die Pflegekräfte spürbar entlastet.

St. Antonius-Haus · Siegburg

Maurice Schmidt · 18 Jahre

„Es ist schön, wenn die älteren Menschen sich freuen, weil man etwas mit ihnen unternimmt."

Nachdem Maurice seine Lehre als Koch abgebrochen hatte — schlechtes Arbeitsklima, enormer Druck — entschied er sich kurzfristig für ein FSJ im St. Antonius-Haus, einem Seniorenheim speziell für Menschen mit Demenz. Er begleitet die Bewohner im Alltag, arbeitet in der Küche, bereitet Brote zu, unterhält sich mit ihnen und hilft bei der Pflege. So lernt er die Menschen gut kennen — und es geht ihm nahe, wenn jemand stirbt. „Man muss lernen, damit umzugehen." Heute kann er sich sogar vorstellen, eine Ausbildung zum Altenpfleger zu machen.

BFD · ASB Bonn

Elia Korang Seitz

„Mir persönlich hat es als Orientierungsjahr sehr geholfen."

Elias Bundesfreiwilligendienst in der Notfallausbildung begann im Mai 2020 — mitten im ersten Lockdown. Erst nach einigen Monaten konnte die eigentliche Aufgabe starten: Erste-Hilfe-Kurse geben. In der Zwischenzeit arbeitete Elia sich in die Büroaufgaben ein und fuhr mit dem Projekt „Dr. Tom" im Rettungswagen in Kindergärten, um Kindern spielerisch Erste Hilfe beizubringen. Die Einsatzstelle ermöglichte zahlreiche Fortbildungen — bis hin zum Rettungshelfer NRW mit Praktikum im Bonner Rettungsdienst. „Ein Freiwilliges Jahr in der Notfallausbildung kann ich allen empfehlen, die sich für Rettungsdienst und Erste Hilfe interessieren — oder Spaß am Erklären und Vermitteln haben."

MSD · Meckenheim

Christoph Kutzera · 20 Jahre

„Ich habe gelernt, das Leben aus der Sicht von Hilfsbedürftigen zu sehen."

„Ich wollte etwas Soziales machen und mal etwas geben, anstatt immer nur etwas zu bekommen" — so beschreibt Christoph seine Motivation. Im Mobilen Sozialen Dienst verläuft jeder Tag anders: mal arbeitet er bei einem Menschen mit Behinderung im Haushalt, mal begleitet er Senioren zum Arzt oder unterstützt chronisch kranke Menschen mit leichten pflegerischen Tätigkeiten. „Ich nehme mir für jeden Zeit und versuche, auf die Menschen einzugehen." Das FSJ empfindet er als echte Bereicherung — seine Erwartungen wurden voll erfüllt.

MSD · Bonn

Sandra Schätz · Rückblick

„Mir hat das FSJ viel für meine persönliche Entwicklung gebracht."

Heute arbeitet Sandra im Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis — doch ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Mobilen Sozialen Dienst hat sie nicht vergessen. „Ich habe Menschen geholfen, sich anzuziehen, bin für sie einkaufen gegangen oder habe ihre Wohnung geputzt. Außerdem habe ich ein autistisches Mädchen zur Schule begleitet." Manche Erlebnisse wirken bis heute nach: die kreativen Seminare mit den anderen Freiwilligen, der enge Kontakt zu den Klienten. „Das autistische Mädchen war kaum zu halten, wenn es wütend wurde — und da es nicht sprach, war es oft schwer herauszufinden, was der Grund war." Sie denkt gern an diese Zeit zurück, in der sie selbstständiger wurde und viele Menschen kennenlernte, die sie sonst nie getroffen hätte.

Wie war das damals bei dir?

Du warst selbst FSJ'ler*in, Einsatzstellenleitung oder wurdest im Rahmen eines FSJ beim ASB begleitet? Erzähl uns von deinen Erlebnissen — wir veröffentlichen ausgewählte Geschichten gern hier.

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