Freiwilliges Soziales Jahr - Erfahrungsberichte
Erfahrungsberichte von ehemaligen FSJ'lern/innen. Wie Sie es empfanden, mit welchen Eindrücken Sie das FSJ absolvierten und welche Erfahrungen Sie auch für ihr späteres Leben mitnehmen konnten.
Lisa Niebler (22 Jahre) - Fahrservice
Nach meinem Abitur habe ich mich dazu entschlossen ein FSJ zu machen. Dies habe ich beim ASB im Bereich Fahrservice absolviert.
Zu meinen Aufgaben zählte der Transport von alten und kranken Menschen zur Dialyse, zum Arzt und ins Krankenhaus und nach Hause, sowie das Einhalten der vorgeschriebenen Hygienerichtlinien.
In diesem Jahr habe ich sehr viel Fachliches aber auch zwischenmenschliches dazugelernt, deshalb rate ich jedem ein FSJ zu leisten. Außerdem hat es mir neben dem entdecken meiner persönlichen Stärken und Schwächen, große Freude bereitet, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und deren Dankbarkeit zu erfahren.
Erik (19 Jahre) – Breitenausbildung
Mein Name ist Erik und ich mache seit dem 01.10.2010 ein FSJ im Bereich der Breitenausbildung beim ASB.
Meine hauptsächliche Arbeit ist die Erste-Hilfe-Ausbildung. Um überhaupt Kurse geben zu dürfen, musste ich vorher einen Sanitäts-Helfer-Lehrgang sowie eine Ausbildung zum Erste-Hilfe-Dozenten besuchen. Die Kosten hat der ASB getragen. Das bedeutet, ich darf selbstständig Erste-Hilfe-Kurse geben und den Teilnehmern eine Bescheinigung ausstellen. Die Kurse machen mir sehr viel Spaß, da ich immer neue Leute vor mir sitzen hab und ich so den Unterricht auch interessant und spaßig gestalten kann. Einer meiner schönsten Kurs war der, bei dem ich als Teilnehmer meine alten Lehrer sitzen hatte, bei denen ich erst vor kurzem mein Abitur gemacht habe.
Neben meiner Tätigkeit in der Breitenausbildung durfte ich auch in anderen Bereichen des ASB tätig sein, wie z.B. beim Fahrdienst.
Was auch ganz wichtig ist, dass ich während meines FSJ immer gut mit den Kollegen, Patienten sowie Kursteilnehmern zurecht komme, wodurch die ganze Arbeit auch viel mehr Spaß macht.
Carina (19 Jahre) - Schulbegleitung:
Ich, Carina 19 Jahre alt, mache mein FSJ an der Königin-Juilana-Schule in Bonn.
Dort betreue ich ein autistisches Mädchen durch ihren Schultag. Dieses Mädchen hat den Drang wegzulaufen und ist dann sehr stur, wenn man sie wieder „einfangen“ möchte, damit sie weiter am Unterreicht teilnehmen kann. Dieser Umstand fordert mich sehr und ich bin eigentlich immer in Bewegung. Trotzdem macht mir die Arbeit viel Spaß, da man viel Neues lernt und an den Herausforderungen wächst. Man lernt auch viele neue Leute kennen, mit denen man seine Erfahrungen austauschen kann.
Ich bin, zusammenfassend gesagt, sehr froh ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen.
Maria (19 Jahre) - Schulbegleitung
Ich bin Maria, 19 Jahre alt und mache ein FSJ als Schulbegleitung.
Eines muss man vorweg sagen: Zu Beginn der Tätigkeit als Schulbegleitung ist einem alles fremd, man weiß vor allem nicht, wie das Kind so ist und wie man ihm begegnen soll.
Doch mit der Zeit wachsen die Erfahrungen mit dem Herz für diesen Mensch und auch dem ganzen Rest der Klasse. Es ist ein sehr schönes und befriedigendes Gefühl die Kinder zum Lachen zu bringen. Und dabei ist man auch noch von netten Mitarbeitern umgeben, die einem jederzeit unter die Armen greifen.
Manchmal (z.B. im Krankheitsfall) gilt es auch, andere Personen zu betreuen. Dies ist dann immer wieder eine neue Herausforderung für mich: das Vertrauen des Kindes zu wecken und (vor allem bei Autisten); auch versuchen ungefähr herauszufinden wie das Kind tickt. Alles in allem wahnsinnig interessant!

Iris (19 Jahre) - Mobiler Sozialer Dienst (MSD)
Ich, Iris 19 Jahre alt, mache mein FSJ beim Arbeiter Samariter Bund in Bonn.
Dort bin ich im Mobilen Sozialen Dienst (MSD) eingesetzt. Dies bedeutet, dass ich mit dem Auto zu verschiedenen Leuten nach Hause fahre und dort z.B. putze oder die Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, beim Einkaufen unterstütze. Ebenso kann es passieren, dass ich zu einer Familie muss, wo ich dann das Kind in den Kindergarten bringe und auch wieder abhole. Meine bisherigen Erfahrungen in meinem FSJ sind unterschiedlich, manche sind negativ, doch die meisten sind positiv. Eine positive Erfahrung war zum Beispiel, dass ein Junge, der mich anfangs absolut nicht leiden konnte, mir ein Bild gemalt hat. Genauso ist es ein schönes Gefühl, wenn ich merke, dass die Leute sich freuen, mich zu sehen.
Birte (20 Jahre) - Schulbegleitung
Birte, 20 Jahre, FSJ als Schulbegleitung.
Meine Aufgabe ist es, einen körperlich behinderten Schüler tagsüber in der Schule und bei seinen Hausaufgaben zu begleiten. Da er im Rollstuhl sitzt und nicht mehr schreiben kann, schreibe ich alles für ihn, was er mir diktiert. Genauso machen wir das auch in den Klausuren. Während des Unterrichts habe ich oft nicht so viel zu tun und lese dann.
Im Gegensatz zu vielen anderen FSJ-Tätigkeiten ist man bei einer solchen Betreuungsaufgabe den ganzen Tag mit ein und derselben Person zusammen und immer für sie da. Auch hat man wenig Kontakt zu anderen FSJ’lern bzw. Mitarbeitern wie z.B. im Altenheim. Es ist also kaum möglich sich mit „Kollegen“ auszutauschen und man ist daher sehr auf sich allein gestellt.
Wegen des intensiven Kontaktes und insbesondere durch die Betreuung zu Hause ist die Zusammenarbeit mit der Familie des zu Betreuenden natürlich sehr wichtig und ein gutes Klima unter alles Beteiligten sehr von Vorteil.
Christoph (19 Jahre) - Schulbegleitung
Christoph, 19 Jahre, ich mache mein FSJ in einer Realschule, wo ich einen Autisten durch den Schultag begleite.
Ferner pflege ich einen körperlich behinderten Menschen, der im Rollstuhl sitzt. Am Anfang war ich sehr nervös und unsicher, aber das hat sich schnell gelegt. Ich lerne jeden Tag etwas neues über Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen und stoße dabei auch an meine Grenzen. Die Arbeit fordert mich heraus und gibt mir die Möglichkeit, das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Es ist einfach ein gutes, erfüllendes Gefühl, dass man weiß, gebraucht zu werden und das meine Bemühungen den Menschen helfen.
Durch die regelmäßigen Seminare kann man sich auch mit anderen FSJ’lern austauschen und neue Kontakte knüpfen, was eine tolle Sache für jeden FSJ’ler ist, finde ich.
Zugegeben, es ist nicht immer ganz einfach aber ich kann jedem ein FSJ empfehlen der vor dem Studium, der Ausbildung etc. mal was anderes machen möchte, sich für andere einsetzen oder einfach nur neue Erfahrungen sammeln möchte.
Corinna (20 Jahre) - Schulbegleitung
Corinna, 20 Jahre,ich mache mein FSJ in einer Schule für behinderte Kinder als Schulbegleitung für ein behindertes Mädchen.
Anfangs habe ich mir diese Arbeit nicht zugetraut, weil ich wusste, dass die Kinder eine ganz besondere Aufmerksamkeit benötigen. Ich war mir nicht sicher, ob ich diesen Anforderungen gerecht werden kann.
Es ist aber nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Man muss einfach nur etwas mehr Geduld mitbringen. Die Stimmung in der Schule ist auch super, auch wenn ein Kind mal zwischendurch einen schlechten Tag hat. Alle sind nett und man hilft sich untereinander.
Ich bin froh, dass ich mich für ein FSJ entschieden habe und freue nicht jetzt schon auf all die Erfahrungen, die ich noch machen werde.

Petra (20 Jahre) - Mobiler Sozialer Dienst (MSD), Individuelle Schwerstbehinderten Betreuung (ISB)
Ich arbeite seit dem 01. August 2007 beim ASB in Bonn. Zu meinen Aufgabenbereichen gehören der MSD (Mobiler Sozialer Dienst) und die ISB (Individuelle Schwerstbehinderten Betreuung, Pflege). Zum MSD gehören Aufgaben wie z.B. Putzen (Staubsaugen, Abwaschen..) oder Einkaufen.
Hierbei hat man oft mit älteren Menschen zu tun, die altersbedingte Gebrechen haben. Die meisten sind sehr nett. Die Schulbetreuung ist eine ganzjährige Begleitung eines behinderten Schülers. Der Schulbetreuer fährt zur Schule der Person und betreut sie vom Schulanfang bis zum Schulende. Es gibt aber auch Ausnahmen, wo die Schulbetreuung nur zu ganz bestimmten Zeiten benötigt wird, z.B. in der Mittagspause.
Außerdem finden in der gesamten FSJ-Zeit fünf Seminare statt, die jeweils eine Woche (Montag bis Freitag) dauern. In diesen Seminaren lernt man u. a. die Gebärdensprache oder den richtigen Umgang mit Konflikten. Die Seminare sind gut organisiert und machen vielen FSJ’lern Spaß. Das Seminar beinhaltet auch einen Erste-Hilfe-Kurs, der zwei Tage andauert und von einem professionellen Ausbilder, natürlich vom ASB, geleitet wird.
Mein FSJ ist zwar im Juli 2008 zu Ende aber für viele beginnt dann erst das FSJ und ich hoffe, dass es ihnen genau soviel Spaß machen wird wie mir.
Nora - Schulbegleitung
Nora, Köln: Das FSJ im Krankentransport ist eine echte Herausforderung verbunden mit sehr viel Spaß und Anspruch.
Es beginnt mit einer Ausbildung im Rettungsdienst, um später bei den Transporten die Klienten medizinisch-fachlich betreuen zu können.
Das Jahr und besonders die Zwischenseminare haben mein Verantwortungsgefühl, Selbstvertrauen und meine Persönlichkeit stark geprägt. Auch meine zuvor angedachte Berufswahl hat es noch einmal positiv bestätigt.

Susanne (20 Jahre) - Altenpflegeheim
Susanne 20 Jahre, Bonn: Ich habe mein FSJ im Altenpflegeheim absolviert.
Meine Tätigkeit lässt sich am besten mit "MÄDCHEN FÜR ALLES" beschreiben. Die Bewohner wurden von mir sowohl betreut/beschäftigt, als auch mit Essen und Getränken versorgt; ich habe Post und Wäsche etc. verteilt und auch allerhand Papierkram erledigt. Natürlich kamen auch diverse Reinigungsarbeiten auf mich zu.
Prinzipiell war meine Arbeit sehr abwechslungsreich.
Auch wenn es manchmal echt stressig war, so glich der Kontakt zu den alten Menschen alles wieder aus, weil gerade die Arbeit MIT und FÜR die Bewohner unglaublich viel Spaß gemacht hat.
Ich konnte in diesem Jahr wertvolle Erfahrungen für mein Leben sammeln.
Die Fsj Seminare boten die Möglichkeit, viele interessante Menschen kennen zu lernen und sich einfach mal auszutauschen.
Obwohl nicht immer alles problemlos ablief, würde ich das Freiwillige Soziale Jahr jederzeit wieder machen.
Levent - Mobiler Sozialer Dienst (MSD), Individuelle Schwerstbehinderten Betreuung (ISB)
„Ich heiße Levent und habe mein FsJ im mobilen sozialen Dienst und in der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung gemacht.“
Rückblickend muss ich sagen, dass ich sehr naiv und idealistisch in mein FsJ gegangen bin und wirklich bei Null anfangen musste, da mir das Talent zur Behindertenpflege keinesfalls in die Wiege gelegt ist. Zu Anfang wusste ich nur, dass ich ein Jahr lang mit ein und demselben behinderten Menschen klarkommen muss und habe es mir nicht besonders schwierig vorgestellt. Aus dem einen Klienten sind vier geworden und dazu kamen noch etliche Autofahrten im mobilen sozialen Dienst, in einer unbekannten Stadt und mit taufrischem Führerschein.
Im Laufe des ersten halben Jahres ist mir so ziemlich jeder Fehler unterlaufen, vor dem ich anfangs riesige Angst hatte, vom zu spät zum Dienst kommen bis zum „auf dem Boden landen“ von Rollstuhlfahrern beim Umsetzen. In Verbindung mit dem ein oder anderen schwierigen Klienten habe ich so immer wieder an der Grenze meiner Belastbarkeit gekratzt und sie allmählich ein ganzes Stück nach oben verschoben. Als Typ, der Fehler gerne erstmal bei sich selber sucht, habe ich dabei auch gelernt, was ich nicht mit mir machen lasse und einiges an vielleicht „falschem Mitleid“ losgelassen. Dabei waren auf jeden Fall die Unterstützung von Chefinnen und der Austausch mit Kollegen/innen auf den Seminaren wichtig. Insgesamt war dieses Jahr für mich vielleicht das extremste meines bisherigen Lebens. In jedem Fall eine unersetzliche Erfahrung, die immer wieder für interessante Gespräche mit Verwandten und Freunden sorgt.
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